Landesverband Sächsischer Angler e. V.

Anerkannte Naturschutzvereinigung gem. § 32 SächsNatSchG, anerkannte Umweltvereinigung gem. § 3 UmwRG

 
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Landesverband Sächsischer Angler e.V. (LVSA) beendet Mitgliedschaft im Deutschen Angelfischerverband (DAFV)!

einstimmige Beschlussfassung durch das Präsidium am 12.11.2015

16.11.2015
Liebe sächsische Anglerinnen und Angler,
die letzten beiden Jahre haben wir intensiv über unsere Positionen und Forderungen gegenüber dem DAFV informiert.
Zahlreiche Beratungen (Stützpunktberatungen, Jahreshauptversammlungen der Regionalverbände, Delegiertenversammlung, Präsidium- und Vorstandssitzungen des LVSA) haben sich schwerpunktmäßig diesem Thema gewidmet.
Obwohl wir der festen Überzeugung sind, dass ein starker Bundesverband als Interessensvertreter der Anglerschaft unabdingbar ist, haben wir die Entscheidung getroffen, die Mitgliedschaft im DAFV zu beenden.

Warum?

Die Zusammenführung von DAV und VDSF zum DAFV Mitte des Jahres 2013 war ein langwieriger und schwieriger Prozess. Wohlwissend, dass die Meinungen und Vorstellungen innerhalb der damaligen Verbandsstrukturen nicht immer konform gingen, gab es viele Aspekte, die für und ebenso gegen eine Fusion sprachen. In Anbetracht der Situation, dass unsere Belange und damit die der Anglerschaft zum Zeitpunkt unmittelbar vor der Verschmelzung weder vom DAV noch vom VDSF in zufriedenstellender Art und Weise auf EU- und auf Bundesebene gelöst wurden, wurde uns bereits in den Jahren 2011 bis 2013 eine Entscheidung nicht einfach gemacht.
Einig waren wir uns jedoch in dem Punkt, dass ein Agieren und das Finden einer einheitlichen Sprache mit befreundeten Landesverbänden jeglichen Befindlichkeiten voransteht und wir sächsischen Anglerverbände einem Reagieren auf das Tun anderer vorziehen. Allein bei uns in Sachsen gab es hierzu zahlreiche Besprechungen und Diskussionen mit unseren Regionalverbänden, Vereinen, innerhalb der Präsidien und letztendlich auch anlässlich diverser Hauptversammlungen. Unsere Regionalkonferenzen und Stützpunktberatungen widmeten sich ebenfalls diesem Thema.

Bei allen kontroversen Diskussionen war uns auch stets bewusst, dass nach Bestandskraft unseres neuen Bundesverbandes ein längerer Weg mit Neustrukturierung, Anpassung von Arbeitsprozessen und Veränderungen vor uns liegen würde. Im Ergebnis der vielfältigen Diskussionen innerhalb unserer sächsischen Vereinsstrukturen hatten wir das mehrheitsfähige Votum, dass ein einheitlicher und starker Bundesverband, welcher die anglerischen Interessen gegenüber der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union vertritt, notwendig und alternativlos ist.
Es ist für uns nicht nachvollziehbar und unseren Mitgliedern auch nicht mehr vermittelbar, dass einst vereinbarte Regelungen des Verschmelzungsvertrages gebrochen wurden. So wurde bspw. der zur Wahl vorgeschlagene Vizepräsident aus den Reihen des ehemaligen DAV anlässlich der Jahreshauptversammlung in Saarbrücken quasi „über Nacht“ durch einen Vertreter des ehemaligen VDSF ersetzt. Ein weiterer Bruch unserer Vereinbarungen ist der Austritt aus dem Weltanglerverband CIPS.
Die vielfältigen Fragen hinsichtlich der öffentlichen Wahrnehmung des DAFV zur strukturellen wie auch zielorientierten Arbeit des DAFV haben leider bis zum heutigen Tage Bestand. Bereits im Juli des Jahres 2014 haben wir uns als LVSA sehr kritisch in einem offenen Brief an den DAFV gewandt. In diesem Brief haben wir die kritischen Wahrnehmungen unserer Mitglieder und des Präsidiums gegenüber dem DAFV zum Ausdruck gebracht.
Leider gibt die aktuelle Situation insbesondere nach den letzten beiden Jahreshauptversammlungen des DAFV am 15.11.2014 und 10.10.2015 weitere Anhaltspunkte, sich grundsätzlich mit der Fragestellung zu beschäftigen, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen wir zukünftig bereit sind, diesem Bundesverband als Mitglied anzugehören.
Der DAFV hat es aus unserer Sicht versäumt bzw. für nicht erforderlich erachtet, ein schlüssiges Zukunfts- und Arbeitskonzept darzulegen. Für uns ist das kein Hexenwerk, welches allein durch externe Firmen anzufertigen ist. Wir erwarten dies als zu erarbeitende Diskussionsvorlage durch das Hauptamt! Das Präsidium des DAFV hätte sich derartige Konzepte als Diskussionsgrundlage durch die vorhandenen hauptamtlichen Mitarbeiter erarbeiten lassen können und aus unserer Sicht sogar müssen.
Des Weiteren hat unser Verband in einem Antrag an die Hauptversammlung 2014 die Einberufung einer Finanzkommission gefordert, um einen aus unserer Sicht notwendigen finanziellen wie personellen Reformprozess im DAFV anzuschieben. Leider sah zum damaligen Zeitpunkt auch hier das Präsidium des DAFV keine Notwendigkeit für einen derartigen Ausschuss.
Mittlerweile wurde jedoch auch durch das Präsidium des DAFV ein entsprechender Finanzausschuss gebilligt und dessen Ergebnisse im Delegiertenmaterial zur Jahreshauptversammlung 2015 veröffentlicht. Aus unserer Sicht sind notwendige Probleme zwar klar angesprochen, aber grundlegende Ansätze, wie diese gelöst werden sollen, lassen sich nicht erkennen oder sind nicht schlüssig erklärt. Die Transparenz über Aufwand und konkreten Nutzen stellt sich einmal mehr nicht eindeutig dar. Da wir aber selbst auf nachdrückliche Fragen die Antworten zu Problemstellungen nicht in der Form dargestellt bekommen, die wir für die Beantwortung der Fragen unserer Mitglieder für notwendig erachten, ist es für uns nicht möglich, die Argumente für einen Verbleib im Bundesverband denen einer Kündigung der Mitgliedschaft im positiven Sinne aufzuwiegen.

Der Verlauf und die Ergebnisse der Jahreshauptversammlung sowie eine gesonderte Beratung mit der Präsidentin des DAFV, Frau Dr. Happach-Kasan, und dem Bundesgeschäftsführer Philipp Freudenberg und unserem Präsidium am 12.11.2015 lassen uns an dem Ergebnis festhalten: eine Kündigung der Mitgliedschaft des LVSA gegenüber dem Bundeverband ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt unabdingbar.

Dieser Schritt ist keinesfalls finanziell begründet. Im Fazit der Gespräche mit unseren Vereinen wurde klar, dass Interessensvertretung Geld kostet und hierfür auch entsprechende Mehrheiten aufgebracht werden können. Die derzeitigen 3,-€, welche wir pro Mitglied an den Bundesverband abführen, ist nicht horrend. Die Grundsatzfrage lautet seit längerer Zeit vielmehr, was wurde uns bisher an Leistung geboten? Wie wurden die Interessen der Anglerschaft vertreten und wie sollen diese zukünftig vertreten werden?
All das sind nur einige Fragen, auf die wir selbst keine schlüssige und mehrheitsfähig nachvollziehbare Antwort erhalten haben. Erst wenn es fundierte Antworten auf diese Fragen gibt, werden wir den DAFV als Interessensvertreter der sächsischen Angler akzeptieren und über einen Antrag auf Mitgliedschaft zu diskutieren haben.

Einige Verbände des ehemaligen VDSF haben außerdem in der Vergangenheit jegliche Kompromissbereitschaft verweigert und konnten mit Austrittsandrohungen ihre Interessen durchsetzen. Der erst kürzlich erzwungene Austritt des Deutschen Süßwasseranglerverbandes (DSAV) verdeutlicht die Erpressbarkeit des DAFV.
Die Beendigung der Mitgliedschaft im DAFV entfaltet satzungsgemäß Wirkung zum 01.01.2017!

Wie geht es weiter – was sind die Folgen?
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann nicht vorhergesehen werden, wie und wohin sich der DAFV entwickeln wird. Uns steht es frei, jederzeit einen Antrag auf Mitgliedschaft zu verfassen, insofern die geforderten Rahmenbedingungen stimmen.
Die Interessensvertretung auf Bundesebene werden wir, soweit möglich, mit unseren sächsischen Bundestags- und Europaabgeordneten forcieren. Hierzu bestehen seit vielen Jahren entsprechende Kontakte.

zum Thema Gewässerfonds:
Unser Gewässerfonds war nie und wird nie ein Thema des Bundesverbandes sein! Alle sächsischen Anglerinnen und Angler können auch weiterhin freizügig innerhalb Sachsens und in anderen Bundesländern entsprechend den getroffenen Vereinbarungen angeln.
Zwischen den Landesverbänden gibt es nach wie vor eine sehr enge und konstruktive Zusammenarbeit.




Vorstand des LVSA mit Beschlussfassung durch das Präsidium

Anlagen 

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Landesverband Sächsischer Angler e. V.

Rennersdorfer Straße 1

01157

Dresden

+49 (0)351 4275115

info@landesanglerverband-sachsen.de

 
19.09.2022 Erklärung der Schiffbarkeit und des Gemeingebrauches am Berzdorfer See - Anglerverband legt Widerspruch ein -  Das Präsidium des AV „Elbflorenz“ Dresden e.V. (AVE) hat am 09. September 2022 einen einstimmigen Beschluss gefasst, Widerspruch gegen die Allgemeinverfügungen zur Erklärung der Schiffbarkeit am Berzdorfer See einzulegen. Zu groß waren die Einschränkungen, die mit diesen Allgemeinverfügungen einhergingen. Die Erklärung der Schiffbarkeit am Berzdorfer See unter den veröffentlichten Bedingungen könnte der Anfang vom Ende des Angelns sein, wie wir es kennen. Warum ist das so? Laut Allgemeinverfügung darf der Berzdorfer See fünf Monate im Jahr nicht mit Booten befahren werden. Zudem ist jegliche Bootsbefahrung in den Nachtstunden inkl. der Dämmerung verboten. Demzufolge ist das Angeln vom Boot auch in der Dämmerung und Nacht staatlich nicht zulässig. Darüber hinaus sind große Flächen dauerhaft von jeder Bootsbefahrung ausgenommen. Das Gewässer ist gerade einmal zu 21 % vom Boot aus nutzbar, wenn man alle Flächensperrungen und zeitlichen Einschränkungen zusammenzählt. Als Begründung für derartige Einschränkungen führen die Landesdirektion Sachsen (LDS) und der Landkreis Görlitz als verfahrensführende Behörden den Arten- und Naturschutz an. Demnach reicht ein einzelnes Boot aus, um eine erhebliche Störung von besonders geschützten Vogelarten zu rechtfertigen. Dabei geht es nicht darum, ob das Boot tatsächlich ein Individuum oder einen ganzen Bestand vernichtet. Nein, es reicht aus, wenn nicht sicher ausgeschlossen werden kann, ob es das könnte. Deshalb unterbindet man lieber gleich den Großteil der Bootsnutzung. Gerechtfertigt werden Einschränkungen mit EU-Vorgaben und höchstrichterlichen Urteilen. Hier kann man nur sagen, armes Deutschland! Wir sind offensichtlich in Sachsen nicht mehr in der Lage, selbst zu denken und zeigen mit dem Finger auf Brüssel und die Gerichte, deren Richter nur das umsetzen müssen, was die Legislative vorgibt. Der gesamte Strukturwandel in der Lausitz und im mitteldeutschen Raum wird mit einer solchen Behördensichtweise in Frage gestellt. Das Novum in den Verwaltungsverfahren am Berzdorfer See und die eigentliche Brisanz liegen darin, dass der Angelfischerei durch das grüne sächsische Umweltministerium die Mitwirkung an der Hege abgesprochen wurde. Die Landesdirektion Sachsen und der Landkreis Görlitz haben diese Argumentation offensichtlich dankbar aufgegriffen, um gleich einmal das ganze Sächsische Fischereigesetz und unsere Gemeinwohlleistungen als Angler ad absurdum zu führen. Das Angeln ist neuerdings auf dem Papier nicht mehr als nur ein Freizeitsport. Ein Hegebeitrag der Angelfischerei wird nicht anerkannt. Der Fischfang mit der Handangel durch Erlaubnisscheininhaber, also unseren knapp 50.000 Mitgliedern, wird nicht mehr als fischereiliche Maßnahme akzeptiert. Daher haben die Verwaltungsverfahren am Berzdorfer See Referenzcharakter für alle weiteren Gewässer in Sachsen.
26.08.2022 Schiff ahoi und gute Fahrt auf dem Berzdorfer See – aber nicht so! -  Am 25.08.2022 verkündete die Landesdirektion Sachsen die Erklärung der Schiffbarkeit am Berzdorfer See.
01.06.2022 Sächsische Fischereiverordnung in Kraft getreten -  Das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft (SMEKUL) hat mitgeteilt, dass die Sächsische Fischereiverordnung am 01.06.2022 in Kraft getreten ist. Die Verordnung kann im nachfolgenden Link eingesehen werden.
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